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AuDHS-Symptome: 10 mögliche Merkmale im Alltag

Kurz gesagt: Welche AuDHS-Symptome gibt es? Erfahre, wie sich Autismus und ADHS gemeinsam zeigen können – mit 10 Beispielen und praktischen Alltagstipps.

Du brauchst feste Abläufe, kannst dich aber nur schwer daran halten. Du möchtest etwas erledigen, weißt genau, wie es funktioniert, und kommst trotzdem nicht ins Handeln. Manchmal ist dir alles zu laut, zu hell und zu viel. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen du dich ohne ausreichend Abwechslung kaum konzentrieren kannst.

Wenn du solche Erfahrungen kennst, hast du dich vielleicht schon gefragt, ob Autismus und ADHS gleichzeitig dahinterstecken könnten.

Das gemeinsame Auftreten von Autismus und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung wird häufig als AuDHS bezeichnet.

Doch welche AuDHS-Symptome gibt es eigentlich? Woran lassen sich mögliche Überschneidungen erkennen? Und welche Strategien können helfen, wenn unterschiedliche Bedürfnisse den Alltag erschweren?

In diesem Artikel findest du zehn mögliche Merkmale und Alltagserfahrungen. Zu jedem Bereich gibt es ein konkretes Beispiel und eine praktische Anregung, die du bei Bedarf ausprobieren kannst.

Was bedeutet „AuDHS-Symptome”?

AuDHS ist keine eigenständige medizinische Diagnose. Deshalb gibt es auch keine offiziell definierte Symptomliste, anhand derer sich AuDHS unmittelbar feststellen lässt.

Autismus und ADHS sind eigenständige neuroentwicklungsbedingte Störungsbilder. Für beide gelten unterschiedliche diagnostische Kriterien. Sie können gleichzeitig auftreten und sich in einzelnen Merkmalen sowie ihren Auswirkungen auf den Alltag überschneiden. [1, 2, 3]

Die folgenden zehn Abschnitte beschreiben mögliche Erfahrungen. Einige hängen mit bekannten Merkmalen von Autismus oder ADHS zusammen. Andere sind unspezifisch und können auch bei Menschen ohne diese Diagnosen vorkommen.

Wichtig: Die Anzahl der Merkmale, die du bei dir wiedererkennst, sagt nichts darüber aus, ob du Autismus oder ADHS hast. Dieser Artikel ist kein Selbsttest und ersetzt keine Diagnostik.

1. Du brauchst Routinen, aber es fällt dir schwer, sie einzuhalten

Feste Abläufe können Orientierung und Sicherheit vermitteln. Vielleicht möchtest du deinen Morgen immer ähnlich gestalten, Aufgaben möglichst früh planen oder Veränderungen rechtzeitig kennen.

Gleichzeitig können Schwierigkeiten mit der Aufmerksamkeit, Organisation oder Handlungssteuerung dazu führen, dass du die geplanten Routinen nicht zuverlässig umsetzen kannst.

Das kann frustrierend sein. Schließlich hast du dir die Struktur nicht ohne Grund geschaffen. Vielleicht hilft sie dir sogar sehr – solange du es schaffst, sie einzuhalten.

Bei Autismus kann ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit eine Rolle spielen. Bei ADHS können Schwierigkeiten mit Organisation und Aufmerksamkeit hinzukommen. Wie stark beide Bereiche miteinander in Wechselwirkung stehen, ist individuell unterschiedlich. [1, 2]

Beispiel aus dem Alltag

Du hast eine Morgenroutine entwickelt, die dir den Start in den Tag erleichtern soll. Doch sobald du eine Nachricht liest oder einen Gegenstand suchst, verlierst du den Ablauf aus dem Blick. Anschließend fühlst du dich gestresst, weil dein sorgfältig geplanter Morgen anders verläuft als erwartet.

Was helfen kann

Versuche, zwischen festen Orientierungspunkten und flexiblen Elementen zu unterscheiden.

Vielleicht reichen drei verlässliche Schritte am Morgen: aufstehen, frühstücken, wichtige Dinge einpacken. Die Reihenfolge weniger wichtiger Aufgaben darf dagegen variieren.

Eine sichtbare, kurze Erinnerung kann zusätzlich helfen, ohne dass du den gesamten Tag minutiös planen musst.

2. Du bist schnell überreizt und suchst gleichzeitig bestimmte Sinneseindrücke

Manche autistische Menschen erleben Geräusche, Licht, Gerüche oder Berührungen besonders intensiv. Andere Sinneseindrücke werden möglicherweise weniger deutlich wahrgenommen.

Auch bei ADHS können Schwierigkeiten auftreten, störende Reize auszublenden oder die Aufmerksamkeit auf relevante Informationen zu richten.

Daraus können Situationen entstehen, die zunächst widersprüchlich wirken.

Du empfindest beispielsweise den Lärm im Supermarkt als belastend, hörst zu Hause aber gerne laute Musik. Oder du brauchst beim Arbeiten eine ruhige Umgebung, kannst dich nach einer Bewegungspause jedoch besser konzentrieren.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du gleichzeitig über- und unterstimuliert bist. Die Wahrnehmung und Bewertung unterschiedlicher Reize hängt unter anderem von ihrer Art, Intensität und Kontrollierbarkeit ab. [1, 2]

Beispiel aus dem Alltag

Du sitzt in einem Café. Die Gespräche am Nachbartisch, klapperndes Geschirr und die Hintergrundmusik machen es dir schwer, deinem Gegenüber zuzuhören.

Später setzt du zu Hause Kopfhörer auf und genießt Musik, die du selbst ausgewählt hast.

Was helfen kann

Beobachte, welche Reize belastend sind und welche du als angenehm empfindest.

Vielleicht helfen geräuschreduzierende Kopfhörer in bestimmten Situationen, ein ruhiger Arbeitsplatz oder die Möglichkeit, die eigene Umgebung mitzugestalten.

Du musst nicht sämtliche Reize vermeiden. Entscheidend ist, welche sensorischen Bedingungen für dich passend sind.

3. Du möchtest eine Aufgabe erledigen, kannst aber nicht anfangen

Eine E-Mail muss beantwortet werden. Der Haushalt wartet. Ein Termin muss vereinbart werden.

Du weißt genau, was zu tun ist. Trotzdem gelingt es dir nicht, anzufangen.

Das wird von außen manchmal als mangelnde Motivation wahrgenommen. Tatsächlich können verschiedene Schwierigkeiten dahinterstehen.

Die sogenannten exekutiven Funktionen unterstützen uns dabei, Handlungen zu planen, zu beginnen, zu steuern und abzuschließen. Bei ADHS können diese Prozesse beeinträchtigt sein. Auch Überforderung, Unsicherheit, Stress oder andere gesundheitliche Belastungen können den Aufgabenbeginn erschweren. [2]

Die Schwierigkeit, mit einer Aufgabe anzufangen, ist deshalb nicht automatisch ein Hinweis auf AuDHS.

Beispiel aus dem Alltag

Du musst einen Brief beantworten. Inhaltlich weißt du bereits, was du schreiben möchtest. Trotzdem öffnest du das Dokument immer wieder, ohne tatsächlich zu beginnen.

Je länger du wartest, desto größer wird der Druck.

Was helfen kann

Versuche, die Aufgabe in einen möglichst kleinen ersten Schritt zu zerlegen.

Statt „Brief beantworten” könnte deine erste Aufgabe lauten: „Dokument öffnen und die Anrede schreiben.”

Manchen Menschen hilft es auch, gemeinsam mit einer anderen Person zu arbeiten, die währenddessen eine eigene Aufgabe erledigt. Diese Form der begleitenden Anwesenheit wird häufig als Body Doubling bezeichnet.

Solche Methoden können ausprobiert werden, sind aber keine spezifisch gesicherten Behandlungen für AuDHS.

4. Du kannst dich intensiv konzentrieren, während andere Aufgaben liegen bleiben

Vielleicht beschäftigst du dich stundenlang mit einem interessanten Thema, recherchierst ausführlich oder arbeitest konzentriert an einem Projekt.

Gleichzeitig bleiben alltägliche Aufgaben unerledigt.

Bei Autismus können intensive, beständige Interessen eine wichtige Rolle spielen. Bei ADHS kann die Regulation der Aufmerksamkeit erschwert sein, insbesondere wenn Aufgaben wenig unmittelbare Anreize bieten.

Eine intensive Beschäftigung mit einem bestimmten Thema bedeutet deshalb nicht, dass sich Aufmerksamkeit in jeder Situation gleichermaßen gut steuern lässt.

Der häufig verwendete Begriff Hyperfokus beschreibt eine solche intensive Konzentration, ist aber kein eigenständiges offizielles Diagnosekriterium für ADHS oder AuDHS.

Beispiel aus dem Alltag

Du möchtest nur kurz etwas nachlesen. Drei Stunden später hast du zahlreiche Informationen gesammelt, aber noch nicht gegessen und einen geplanten Anruf vergessen.

Was helfen kann

Überlege, wie du Übergänge zwischen Tätigkeiten erleichtern kannst.

Eine Erinnerung kann sinnvoll sein, sofern sie dich nicht zusätzlich belastet. Vielleicht hilft auch eine kurze Notiz darüber, an welcher Stelle du deine Beschäftigung später fortsetzen kannst.

So fällt es möglicherweise leichter, eine interessante Tätigkeit zu unterbrechen, ohne das Gefühl zu haben, den Anschluss zu verlieren.

5. Unvorhergesehene Veränderungen belasten dich stark

Du hast deinen Tag geplant. Dann wird ein Termin verschoben, jemand kündigt spontan Besuch an oder eine gewohnte Strecke ist gesperrt.

Vielleicht fällt es dir schwer, dich auf die neue Situation einzustellen.

Bei manchen autistischen Menschen ist das Bedürfnis nach gleichbleibenden Abläufen stark ausgeprägt. Unerwartete Veränderungen können deshalb Unsicherheit und Belastung auslösen. Zusätzliche Schwierigkeiten mit Planung oder Handlungssteuerung können eine Umstellung erschweren. [1, 2]

Das bedeutet nicht, dass alle autistischen Menschen Veränderungen grundsätzlich ablehnen oder dass spontane Aktivitäten bei AuDHS ausgeschlossen wären.

Beispiel aus dem Alltag

Du hast dich auf einen ruhigen Nachmittag eingestellt. Kurzfristig wird ein Termin vorverlegt. Obwohl objektiv genügend Zeit vorhanden ist, fällt es dir schwer, deine Gedanken und Handlungen neu zu ordnen.

Was helfen kann

Plane bei wiederkehrenden Situationen einfache Alternativen ein.

Du könntest beispielsweise festlegen, welche Aufgabe bei einer Terminänderung verschoben werden darf und wo du wichtige Informationen findest.

Hilfreich kann auch sein, dir nach einer unerwarteten Änderung bewusst etwas Zeit zur Neuorientierung zu geben.

6. Du möchtest soziale Kontakte, brauchst danach aber viel Erholung

Soziale Begegnungen können angenehm und bereichernd sein. Gleichzeitig können sie hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit, Kommunikation und Reizverarbeitung stellen.

Vielleicht musst du in Gesprächen bewusst auf bestimmte soziale Signale achten. Vielleicht fällt es dir schwer, bei mehreren gleichzeitig sprechenden Personen den Überblick zu behalten.

Auch das bewusste Anpassen des eigenen Verhaltens kann Energie kosten.

Solche Erfahrungen sind individuell verschieden. Nicht jeder autistische Mensch empfindet soziale Situationen als erschöpfend, und soziale Erschöpfung ist kein eindeutiges Merkmal von AuDHS.

Beispiel aus dem Alltag

Du verbringst einen schönen Abend mit Freunden. Während des Treffens fühlst du dich wohl. Als du nach Hause kommst, merkst du jedoch, dass du keine weiteren Gespräche oder Anforderungen mehr bewältigen möchtest.

Was helfen kann

Berücksichtige die möglichen Anforderungen sozialer Aktivitäten bei deiner Tagesplanung.

Vielleicht sind kürzere Treffen in ruhiger Umgebung angenehmer. Du könntest auch vereinbaren, dass du ein Treffen verlassen darfst, wenn deine Belastungsgrenze erreicht ist.

Zeit für Erholung ist kein Zeichen dafür, dass dir Beziehungen weniger wichtig sind.

7. Du reagierst manchmal emotional sehr intensiv

Ein unerwarteter Kommentar, eine kurzfristige Änderung oder mehrere kleine Belastungen hintereinander können starke Gefühle auslösen.

Bei ADHS werden Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation untersucht. Auch bei autistischen Menschen können sensorische oder soziale Überforderung und Probleme bei der Regulation belastender Gefühle eine Rolle spielen.

Emotionale Reaktionen sind jedoch komplex und haben viele mögliche Ursachen. Intensive Gefühle allein sind weder ein spezifisches AuDHS-Merkmal noch ein Nachweis für eine neuroentwicklungsbedingte Störung.

Beispiel aus dem Alltag

Dein Arbeitstag war laut und unübersichtlich. Mehrere Aufgaben mussten kurzfristig geändert werden. Als zu Hause noch eine kleine unerwartete Anforderung hinzukommt, reagierst du viel stärker, als du es unter anderen Umständen vielleicht getan hättest.

Was helfen kann

Versuche, frühe Anzeichen zunehmender Belastung wahrzunehmen.

Das können körperliche Anspannung, Schwierigkeiten beim Denken, zunehmende Gereiztheit oder ein starkes Rückzugsbedürfnis sein.

Manchmal hilft es, rechtzeitig eine Pause einzulegen, die Umgebung zu verändern oder eine zusätzliche Anforderung zu verschieben.

Dabei geht es nicht darum, unangenehme Gefühle grundsätzlich zu unterdrücken, sondern Überforderung möglichst früh zu erkennen.

8. Du hast viele Ideen, aber Schwierigkeiten mit der Umsetzung

Vielleicht interessierst du dich für zahlreiche Themen, entwickelst neue Projekte oder findest kreative Lösungen für Probleme.

Doch sobald mehrere Schritte geplant, priorisiert und umgesetzt werden müssen, fällt es dir schwer, den Überblick zu behalten.

Schwierigkeiten mit Organisation, Planung und Aufmerksamkeit können insbesondere bei ADHS eine wichtige Rolle spielen. Sie sagen nichts darüber aus, wie intelligent, engagiert oder grundsätzlich leistungsfähig jemand ist. [2]

Kreativität oder viele Interessen sind allerdings keine diagnostischen Merkmale von AuDHS.

Beispiel aus dem Alltag

Du möchtest ein neues Projekt beginnen und hast bereits zahlreiche Ideen gesammelt. Nach kurzer Zeit weißt du jedoch nicht mehr, welche Aufgabe zuerst erledigt werden sollte.

Was helfen kann

Lege einen zentralen Ort für deine Ideen fest. Das kann eine Notiz-App, ein Notizbuch oder eine digitale Liste sein.

Nicht jede Idee muss sofort umgesetzt werden.

Wähle möglichst nur eine aktuelle Priorität und formuliere den nächsten konkreten Handlungsschritt.

9. Du vergisst wichtige Alltagsaufgaben

Eine Rechnung muss bezahlt, ein Rezept bestellt oder ein Formular abgegeben werden.

Vielleicht erinnerst du dich immer wieder daran, aber nicht im passenden Moment. Oder eine Aufgabe gerät vollständig aus dem Blick.

Bei ADHS gehören Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Vergesslichkeit im Alltag zu den relevanten Merkmalen. Auch hohe Belastung und andere gesundheitliche Faktoren können das Erinnern und Organisieren erschweren. [2]

Beispiel aus dem Alltag

Du möchtest nachmittags bei einer Praxis anrufen. Morgens denkst du daran, während der Sprechzeiten vergisst du den Anruf und abends fällt er dir wieder ein.

Was helfen kann

Versuche, wichtige Aufgaben nicht ausschließlich im Gedächtnis zu behalten.

Eine Erinnerung zum passenden Zeitpunkt kann hilfreicher sein als eine allgemeine Aufgabenliste.

Wenn möglich, verknüpfe wiederkehrende Aufgaben mit bereits bestehenden Abläufen. Entscheidend ist, dass dein Erinnerungssystem möglichst einfach und zuverlässig bleibt.

10. Du bemerkst deine Belastungsgrenzen manchmal erst spät

Vielleicht stellst du erst am Abend fest, dass du kaum Pausen gemacht hast. Oder du bemerkst Hunger, Anspannung oder Erschöpfung erst, wenn diese Empfindungen bereits sehr deutlich geworden sind.

Eine mögliche Rolle spielt dabei die Interozeption – also die Wahrnehmung innerer körperlicher Zustände.

In der Autismusforschung werden Unterschiede der Interozeption untersucht. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse fand Unterschiede bei einzelnen untersuchten Fähigkeiten, aber keine durchgehend einheitlichen Ergebnisse über sämtliche Messverfahren hinweg. [6]

Auch starke Konzentration, Ablenkung, Stress oder hohe Alltagsanforderungen können dazu beitragen, dass körperliche Bedürfnisse zeitweise weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Deshalb wäre es nicht richtig, aus einer verspäteten Wahrnehmung von Hunger oder Erschöpfung unmittelbar auf Autismus, ADHS oder AuDHS zu schließen.

Beispiel aus dem Alltag

Du beschäftigst dich intensiv mit einer Aufgabe. Erst nach mehreren Stunden bemerkst du, dass du durstig bist und eine Pause gebrauchen könntest.

Was helfen kann

Kurze Selbstchecks können dich dabei unterstützen, regelmäßig auf deine Bedürfnisse zu achten.

Frage dich beispielsweise: Habe ich Hunger oder Durst? Ist meine Umgebung angenehm? Benötige ich Bewegung oder Ruhe?

Probiere aus, ob feste Erinnerungen hilfreich sind oder zusätzliche Signale eher stören.

Habe ich AuDHS, wenn ich mich in vielen Punkten wiedererkenne?

Nein. Auch wenn du mehrere der beschriebenen Erfahrungen kennst, lässt sich daraus nicht ableiten, dass bei dir sowohl Autismus als auch ADHS vorliegen.

Konzentrationsprobleme, Erschöpfung, Organisationsschwierigkeiten oder starke emotionale Reaktionen können unterschiedliche Ursachen haben.

Dazu gehören beispielsweise Schlafprobleme, psychische Erkrankungen, chronische gesundheitliche Belastungen oder anhaltender Stress.

Bei einer fachgerechten Diagnostik werden deshalb nicht nur einzelne aktuelle Merkmale betrachtet. Auch die Entwicklungsgeschichte, die diagnostischen Kriterien, mögliche Beeinträchtigungen sowie andere Erklärungen für die Schwierigkeiten sind wichtig. [1, 2]

Wenn du dich über längere Zeit erheblich beeinträchtigt fühlst, kann eine qualifizierte diagnostische Abklärung sinnvoll sein.

Was Angehörige, Fachkräfte und Arbeitgeber wissen sollten

Schwierigkeiten mit Organisation, Kommunikation oder Handlungssteuerung werden von außen manchmal als mangelnde Motivation interpretiert.

Dabei lässt sich aus dem sichtbaren Verhalten allein häufig nicht erkennen, welche Anforderungen eine Situation für einen Menschen mit sich bringt.

Eine Person kann ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Struktur haben und trotzdem Unterstützung bei der Organisation benötigen.

Sie kann soziale Kontakte schätzen und zugleich eine reizärmere Umgebung brauchen.

Sie kann über umfangreiches Fachwissen verfügen und Schwierigkeiten mit vermeintlich einfachen Alltagsaufgaben erleben.

Hilfreich ist deshalb, nach konkreten Bedürfnissen zu fragen, statt von einer Diagnose unmittelbar auf Fähigkeiten oder Einschränkungen zu schließen.

Klare Absprachen, vorhersehbare Informationen und individuell passende Unterstützung können dazu beitragen, unnötige Belastungen zu reduzieren.

Fazit: AuDHS zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich

Autismus und ADHS können gemeinsam auftreten und den Alltag auf unterschiedliche Weise beeinflussen.

Die hier beschriebenen Merkmale sind Beispiele für mögliche Erfahrungen, kein einheitliches AuDHS-Profil.

Manche Menschen erleben besonders große Schwierigkeiten mit Routinen, andere mit Aufgabenplanung, Kommunikation oder Reizverarbeitung. Wieder andere kommen in diesen Bereichen gut zurecht und benötigen an anderer Stelle Unterstützung.

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Merkmale bei dir zu entdecken.

Wichtiger ist die Frage, welche Situationen dich tatsächlich belasten und welche Veränderungen dir helfen könnten.

Du musst nicht erst für jede Schwierigkeit eine diagnostische Erklärung gefunden haben, um deine Bedürfnisse ernst nehmen zu dürfen.

Wissenschaftliche Grundlagen

  1. NICE: Autism spectrum disorder in adults: diagnosis and management (CG142). Zur Quelle (öffnet auf einer anderen Website)
  2. NICE: Attention deficit hyperactivity disorder: diagnosis and management (NG87). Zur Quelle (öffnet auf einer anderen Website)
  3. Antshel, K. M., Zhang-James, Y. & Faraone, S. V. (2013): The comorbidity of ADHD and autism spectrum disorder. Expert Review of Neurotherapeutics, 13(10). Zur Quelle (öffnet auf einer anderen Website)
  4. Williams, Z. J. et al. (2023): Characterizing Interoceptive Differences in Autism: A Systematic Review and Meta-analysis of Case-control Studies. Journal of Autism and Developmental Disorders. Zur Quelle (öffnet auf einer anderen Website)

Redaktioneller Hinweis: Die Alltagstipps sind praktische, individuell anpassbare Anregungen. Aus den genannten Quellen lässt sich keine spezifische Wirksamkeit dieser einzelnen Strategien als AuDHS-Behandlung ableiten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische oder therapeutische Beratung im Einzelfall.

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