Für: Autistische Menschen, Angehörige, Fachkräfte

Exekutive Funktionen

Kurz gesagt: Planen, Organisieren und Umsetzen von Aufgaben kann unterschiedlich viel Anstrengung erfordern.

Verwandte Themen: Monotropismus und Routinen & Vorhersehbarkeit.

Was bedeutet das?

Exekutive Funktionen sind ein Sammelbegriff für kognitive Prozesse, die Handlungsplanung und Selbststeuerung ermöglichen – etwa Planung, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitswechsel (kognitive Flexibilität) und Impulskontrolle. Sie helfen dabei, Aufgaben zu beginnen, Reihenfolgen zu organisieren, mehrere Schritte im Blick zu behalten und zwischen Anforderungen zu wechseln.

Wie kann sich das zeigen?

Nicht jeder autistische Mensch erlebt dies gleich. Mögliche Erfahrungen sind:

  • Eine Aufgabe zu beginnen fällt schwerer als sie tatsächlich durchzuführen (“Anlaufschwierigkeiten”).
  • Mehrschrittige Aufgaben ohne klare Struktur wirken schnell überfordernd.
  • Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Aufgaben oder Anforderungen erfordert spürbar mehr Anstrengung.
  • Zeitplanung und Priorisierung mehrerer gleichzeitiger To-dos sind anstrengender als bei einer einzelnen, klar abgegrenzten Aufgabe.

Was wissen wir aus der Forschung?

Eine Meta-Analyse (Demetriou et al., 2018) über zahlreiche Einzelstudien findet bei autistischen Menschen im Gruppendurchschnitt Unterschiede in mehreren Bereichen exekutiver Funktionen, etwa bei kognitiver Flexibilität und Planung – mit erheblicher individueller Streuung. Nicht jede autistische Person zeigt Schwierigkeiten in allen untersuchten Bereichen, und exekutive Funktionen sind kein Alles-oder-Nichts-Merkmal, sondern in unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlichen Teilbereichen ausgeprägt.

Was bedeutet das im Alltag?

Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen zeigen sich oft nicht als grundsätzliches Unvermögen, sondern situationsabhängig: bei unklaren Anweisungen, unter Zeitdruck oder bei mehreren gleichzeitigen Anforderungen deutlicher als bei einer einzelnen, klar strukturierten Aufgabe.

Was kann helfen?

  • Aufgaben in kleinere, konkrete Schritte unterteilen.
  • Checklisten, Timer und visuelle Tagespläne zur Strukturierung nutzen.
  • Übergänge zwischen Aufgaben ankündigen statt abrupt einzufordern.
  • Eine Aufgabe nach der anderen anbieten, statt mehrere Anforderungen gleichzeitig zu stellen.

Stand:

Quellen