Für: Autistische Menschen, Angehörige, Fachkräfte

Gastrointestinale Beschwerden bei Autismus

Kurz gesagt: Bauchbeschwerden werden bei autistischen Menschen häufiger berichtet – das begründet aber keine 'Darmtheorie' des Autismus.

Für autistische Menschen

Verstopfung, Bauchschmerzen, Durchfall und andere gastrointestinale Beschwerden werden in autistischen Populationen häufiger berichtet, besonders gut untersucht ist das bei Kindern und Jugendlichen.

Daraus folgt aber nicht, dass eine “Darmstörung” Autismus verursacht oder dass eine Behandlung des Darms Autismus beseitigen kann.

Wenn du Bauchbeschwerden hast, sollten sie genauso ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden wie bei nichtautistischen Menschen. Besonders wichtig ist das, wenn du Schmerzen nur schwer lokalisieren oder spontan beschreiben kannst.

Für Angehörige

Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall und andere gastrointestinale Beschwerden werden in autistischen Gruppen häufiger berichtet.

Bei wenig Lautsprache oder Schwierigkeiten mit Körperwahrnehmung kann Schmerz manchmal eher über Verhalten auffallen. Eine plötzliche Verhaltensänderung kann deshalb auch ein körperliches Signal sein.

Wichtig: Aus häufigeren GI-Beschwerden folgt keine “Darmursache” von Autismus. Körperliche Beschwerden verdienen Behandlung – Autismus ist damit nicht “wegzubehandeln”.

Für Fachkräfte

GI-Beschwerden sind insbesondere bei autistischen Kindern und Jugendlichen häufiger beschrieben. Meta-Analysen berichten jedoch erhebliche Unterschiede je nach Erhebungsmethode und Population.

Die Assoziation rechtfertigt eine aktive somatische Abklärung bei Beschwerden, aber keine kausale “Darmtheorie” des Autismus.

Bei wenig Lautsprache oder atypischer Schmerzkommunikation sollten Verstopfung, Reflux, Bauchschmerz und andere somatische Ursachen bei Verhaltensänderungen mitgedacht werden.

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung und keine medizinische oder therapeutische Beratung im Einzelfall.

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Quellen