Für: Autistische Menschen, Angehörige, Fachkräfte
Mobbing & Schulabsentismus
Kurz gesagt: Autistische Kinder sind überdurchschnittlich von Mobbing betroffen. Warum Schutz vor Mobbing Aufgabe der Schule ist – und Schulabsentismus meist mehrere Ursachen hat.
Für autistische Menschen
Starke Belastung kann nach außen sehr unterschiedlich sichtbar sein. Meltdown und Shutdown sollten nicht vorschnell als absichtliche Verweigerung bewertet werden. Berichte über Belastung sollten ernst genommen werden, auch wenn die Schule wenig davon sieht. Mobbing sollte aktiv mitgedacht werden – das Viktimisierungsrisiko ist in Meta-Analysen erhöht.
Schutz vor Mobbing ist Aufgabe der Schule – nicht die Anpassung des gemobbten Kindes an Täter:innen.
Wiederkehrende Fehlzeiten sind ein Signal, dessen Ursachen geklärt werden müssen: Gesundheit, Angst, Mobbing, Reize, Beziehungen und Unterstützung sollten parallel geprüft werden. Nicht nur fragen: “Wie komme ich zurück?” Sondern auch: “Was macht Schule gerade unzugänglich?”
Für Angehörige
Autistische Kinder sind überdurchschnittlich von Mobbing betroffen; Fehlzeiten sind häufig multifaktoriell. Mobbinghinweise sollten dokumentiert und aktiv geprüft werden lassen. Bei Fehlzeiten sollten gesundheitliche und schulische Faktoren gleichzeitig betrachtet werden.
Schulabsentismus ist nicht einfach “Unwilligkeit” und kein Autismus-Symptom an sich.
Für Fachkräfte
Das Mobbingrisiko ist in Meta-Analysen erhöht; Schulabsentismus hat multifaktorielle Ursachen. Hinweise sollten aktiv geprüft werden, auch bei lückenhafter sozialer Einordnung durch Betroffene. Gesundheitliche, psychische und schulische Ursachen sollten parallel erhoben werden. Rückkehrpläne sollten realistisch sein und die tatsächlichen Barrieren adressieren.
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Stand:
Quellen
- Nordin et al. (2024): School absenteeism in autistic children and adolescents (öffnet auf einer anderen Website)
- Maïano et al. (2016), Park et al. (2020), Trundle et al. (2022): systematische Reviews/Meta-Analysen zu Mobbing/Viktimisierung